Werk aus 144 Bildern kann ab sofort in der Brücke bewundert werden — und tourt dann durch Uetersen
Gut Ding braucht Weile – so auch in diesem Fall. Aber jetzt hängt es, das Bild. An einer Wand in der Brücke SH in Uetersen. Kein teures Gemälde, aber sehr wertvoll. Nee, unbezahlbar! Dieses Bild, ein Mosaik aus 144 kleinen Leinwänden (10×10 cm), ist mit Hilfe vieler kleiner und großer Hände entstanden. Blumen, Herzen, Muster, Landschaften, in zarten Pastelltönen oder leuchtend bunt. Von melancholisch über lebensfroh verspielt bis energiesprühend bunt.
Und wer das Gesamtwerk mit etwas Abstand betrachtet, kann es erkennen: das WIR. Gemalt haben es zusammen rund 30 Kinder und Erwachsenen bei der Aktion „Mit DIR wird’s WIR!“ der OMAS GEGEN RECHTS Uetersen und der Initiative „UETERSEN sind WIR!“, entstanden im Lokalen Bündnis für Familie Uetersen, die im Rahmen der landesweiten Internationalen Wochen gegen Rassismus im März diesen Jahres in der Brücke SH stattfand. Menschen aus Deutschland, der Türkei, Afghanistan, Iran, der Ukraine, Rumänien, die alle mindestens zwei Dinge gemeinsam haben: Sie alle malen gerne. Sie alle leben in Uetersen. Und sind damit ein Teil des UETERSEN sind WIR!
Gemeinsam haben Eline Joosten, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Uetersen und Koordinatorin des Familienbündnisses, die Mitarbeiterin der Brücke SH Emine Yesiltepe, die OMAS GEGEN RECHTS Jutta-Katharina Bechlem, Regina Gallmann, Ute Kohnke und Katrin Stange und Mathilda Stange von der Grünen Jugend gemeinsam dafür gesorgt, dass das Mosaik endlich seinen Platz bekommt. Allerdings nur auf Zeit. Denn das WIR-Bild soll wandern – und dann an verschiedenen Orten in Uetersen für möglichst viele Menschen sichtbar sein. Die nächsten geplanten Stationen: Familienbildung, Stadtbücherei, Rathaus. In der Brücke SH wird es aber nun erst einmal für zwei Monate zu sehen sein.
Warum das Ganze? „Wir alle neigen dazu, Menschen aufgrund äußerer Merkmale automatisch Gruppen zuzuweisen. Dadurch grenzen wir uns manchmal ab“, sagt Familienbündnis Koordinatorin Eline Joosten. „Dabei sind wir alle mehr als von außen erkennbar und haben auch Gemeinsamkeiten. Wir müssen uns nur eine Chance geben, sie auch zu entdecken.“ Und OMA GEGEN RECHTS Jutta-Katharina Bechlem ergänzt: „Das geht nur im persönlichen Kennenlernen. Und dafür braucht es Möglichkeiten, Anlässe und Begegnungsräume. Gemeinschaftliche Aktionen, bei denen man zusammen etwas gestaltet, Spaß hat und sich mit
den einzelnen Menschen austauschen kann. Das ist das beste Mittel, um gruppenspezifische Vorurteile abzubauen.“
Genau dafür hat die Initiative „UETERSEN sind WIR!“ bereits weitere Aktionen in der Pipeline.